Der Winter neigt sich langsam dem Ende, allerdings nicht ohne es noch einmal so richtig krachen zu lassen. Momentan rollt mal wieder eine Grippewelle über Deutschland, an jeder Ecke hört man ein Niesen oder Husten. Und wir Deutschen tun was wir am besten können: Jammern, ächzen und stöhnen. Aber schauen wir auf die düstere Zukunft von Tokyo sollte unsereins das Jammer schnellstens vergehen. Denn sollte das Actionspiel Ninja Blade Realität werden, wird die japanische Stadt nie wieder so sein wie zuvor. Und schuld daran ist ein winzig kleiner Parasit.

2015 ist die japanische Metropole abgeriegelt, die vereinten Nationen gehen kein Risiko ein. Denn in Tokyo breitet sich ein Parasit mit dem Codenamen „Alpha Wurm“ aus und befällt alle Lebewesen. Menschen mutieren zu willenlosen Kreaturen, riesige Spinnen – größer als ein Einfamilienhaus – klettern an den Wolkenkratzern herum und endlos lange Würmer bohren sich durch die Straßen. Keine Frage, Tokyo braucht Hilfe. Und die kommt in Form der unaufhaltbaren Ein-Mann-Armee Ken Ogawa. Ken ist aber nicht irgendjemand, Ken ist ein moderner Ninja.
Es versteht sich natürlich von selbst, dass Spieler in die Rolle von Ken Ogawa schlüpfen, um dem Parasiten und allem was in Tokyo kreucht und fleucht den Garaus zu machen. Dabei ist Ninja Blade eine Mischung aus Third-Person-Action und interaktivem Actionkino, das der Spieler durch allerlei Quicktime-Events vorantreibt. Und dabei funktioniert Ninja Blade nach dem Motto „Klotzen, nicht kleckern“ - und das direkt von Beginn an. Hoch über der erleuchteten Millionenmetropole, weit weg vom Erdboden und den endlos vielen Gefahren des aggressiven Parasiten.
| |
 |
|
Ken Ogawa schnetzelt sich durch die Mutanten-Reihen
|
Ken jagt mit einer Propellermaschine über den Nachthimmel – und springt. Ohne Fallschirm, einfach so den Lichtern von Tokyo entgegen. An dieser Stelle sollte man vielleicht noch einschieben, dass das Actionspiel generell alle Arten von physikalischen Gesetzen oder die Gesetze der Logik außen vor lässt. Ken jagt also im Sturzflug gen Erdboden – und rast auf drei mutierte Riesenfledermäuse zu. Ein moderner Super-Ninja fackelt nicht lang und zückt die klinge. Wenige Sekunden und drei Katana-Hiebe später segeln auch drei Fledermäuse in sechs Teilen dem harten Erdboden entgegen.
Das klappt aber auch nur, wenn der Spieler zuvor die drei Quicktime-Events erfolgreich absolviert hat – ansonsten trudelt die Leiche von Ken Ogawa Richtung Tokyo. Kurz vor jeder der drei Fledermäuse blendet das Spiel eine Taste ein, die möglichst schnell gedrückt werden sollte. Gelingt es wirbelt Ken imposant seinen Katana durch Lüfte und Gegner, gelingt es nicht lädt das Spiel kurz vor dem letzten Quicktime-Event. Spieler verbringen viel Zeit damit mit schnellen Reflexen auf die richtige Taste zu hämmern, bekommen als Belohnung aber imposante und abgedrehte Action zu sehen. Fairer Tausch.
| |
 |
|
In luftiger Höhe geht es gegen einen Mutanten-Helikopter
|
Irgendwann ist auch der schönste Flug einmal zu Ende und Ken bricht durch die Fensterfront eines Wolkenkratzers – und steht auf beiden Beinen. Ganz einfach so als wäre nichts gewesen. Nun wechselt das Spiel in die Verfolgerperspektive und der Spieler hat die volle Kontrolle über den Super-Ninja. Ab sofort ist er dafür verantwortlich die Klingen zu schwingen, Wurfsterne durch die Luft sausen zu lassen und an Wänden entlang zu laufen. Den Ken Ogawa wäre schließlich kein Super-Ninja, wenn er nicht zumindest ein klein wenig die Schwerkraft außer Kraft setzen könnte.
Drucken | review | 14.03.2010, 22:30 |
Tim Ahlert