Freidenker gibt es heutzutage nicht mehr allzu viele. Kein Wunder, schließlich sind alle in Rapture zugrunde gegangen. Ebenso wie die utopische Idee Rapture selbst. Andrew Ryan hatte einen Traum. Er träumte von einer freien Welt ohne ethische Gesetze, eine Welt in der der Mensch tun und lassen kann was er will – natürlich um des Fortschritts Willen. Und so baute Ryan hunderte Meter unter dem Meeresspiegel eine große Stadt, die alle Gleichgesinnten und ihre Ideen beherbergen und ihnen ein Zuhause werden sollte. Rapture wurde aber vor allem eines für sie: Ein dunkles, nasses Grab.

Als Rapture noch funktionierte erstreckten sich die Forschungen in alle Richtungen, genetische Manipulation gehörte natürlich auch dazu. Und so erschufen die „Freidenker“ Big Daddys und Little Sisters. Auf besondere Art und Weise verbunden haben Big Daddys einzig und allein die Aufgabe, auf die ihm zugewiesene Little Sister aufzupassen und sie vor allem Übel der Unterwasserwelt zu schützen. Mit einem schweren Taucheranzug stampfen sie hinter den quirligen Sisters her, die stets auf der Suche nach Leichen sind. Besonderen Leichen, denn nur die enthalten das wichtige ADAM.
Am Ende von Bioshock wurde der Spieler zu einem Big Daddy, in Bioshock 2 steckt er gleich zu Beginn des Spiels in dem schweren Taucheranzug eines der Aufpasser. Aber nicht in der Hülle irgendeines Big Daddys, in der eines Daddys der Delta-Linie – der ersten Generation. Zusammen mit seiner Little Sister stapft der Spieler durch Rapture – und gerät in einen Hinterhalt. Aber an dieser Stelle möchten wir nicht alles vorwegnehmen – nur so viel: Der Spieler gerät in einen Hinterhalt, seine Sister Eleanor wird ihm genommen, er selbst begeht nach eindringlichen Worten Selbstmord. Vermeintlich…
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Die Big Sisters machen Jagd auf den Delta-Daddy
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Doch manchmal ist der Tod nicht das Ende. Zehn Jahre nach dem Lauf an der Schläfe und der Kugel im Kopf schlägt der Delta-Daddy in Rapture seine Augen auf. Der Zahn der Zeit hat an der Unterwassermetropole genagt, die Abhängigkeit von ADAM an den Menschen. Sie haben sich in willenlose Verrückte verwandelt und irren als Splicer durch Rapture. In diesem ganzen Durcheinander spürt der Delta-Daddy dass ihm etwas fehlt, etwas ohne das seine Lebenskraft bald wieder erlischt sein wird: Ohne seine Little Sister kann er nicht überleben, genetischen Manipulationen sei Dank.
Aber die kleine Herzensdame befindet sich nicht etwa irgendwo, sondern genau am gegenüberliegenden Ende von Rapture. Das alles wäre ja auch nur halb so schlimm, würde die selbsternannte Herrscherin des Unterwasser-Utopia nicht ständig versuchen, den Delta-Daddy von ihren Splicern aus dem Weg räumen zu lassen. Aber ein Big Daddy hat ein dickes Fell – und schlagende Argumente sowieso. Ein neues trägt er am rechten Handgelenk: einen riesigen Bohrer. Kommen die Splicer einmal zu nah ran oder ist der Weg versperrt röhrt der Bohrer auf und Splicer und Trümmer wirbeln durch die Luft.
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Der Spieler kann mit Plasmiden und Waffen zeitgleich kämpfen
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Bioshock 2 ist kein einfacher Ego-Shooter – Bioshock war es schließlich auch nicht. Das Spiel setzt auf eine umfangreiche Storyline. Immer wieder stolpert der Spieler über Tonbandgeräte, die vom Leben der Bewohner in Rapture erzählen als die Probleme in der Stadt begannen. außerdem hat Irrational Games einige Rollenspielelemente mit einfließen lassen. Wer nun ein komplexes Spiel a la Deus Ex erwartet wird enttäuscht. Bioshock 2 ist und bleibt in erster Hinsicht ein Actionspiel, die geliehenen Elemente bringen etwas willkommene Abwechslung ins Gameplay.
Drucken | review | 02.03.2010, 11:12 |
Tim Ahlert