Nach Amerika und Europa erobert SCS Software nicht etwa die ganze Welt, die Tschechen denken vorerst einmal in kleineren Maßstäben - und geben sich mit der Bundesrepublik Deutschland zufrieden. Nachdem Simulanten mit 18 Wheels of Steel die USA und dem Euro Truck Simulator den europäischen Kontinent beliefert haben beschränkt sich der nächste Trucker-Einsatz auf den deutschen Binnenmarkt. Und da, wo die Entwickler im etwas geringeren Maßstab denken müssen, hat man die Zeit gefunden an Motor und Getriebe der Truck-Simulation ordentlich zu schrauben.

Vorbei sind die Zeiten eines namenlosen Truckers, der mal mit diesem, mal mit jenem Truck Kilometer um Kilometer auf den Schnellstraßen dieser Welt abriss, der German Truck Simulator bietet erstmals eine Karriere. Der Fahrer ist nicht mehr namenlos, auch wenn er sich mit dem einfallsreichen Namen Fahrer zufriedengeben muss. Die Karriere eines Truckers beginnt wie die eines jeden anderen auch - ganz am Ende der Nahrungskette. Damit bald die ersten Euros in der Kasse klingeln heuert man bei einer deutschen Spedition an und macht sich mit einem gestellten LKW auf den Weg.
18 deutsche Städte finden sich auf dem Antlitz der Landmasse wieder, darunter Berlin, Dortmund, Lübeck, Leipzig oder München. Erster Auftrag: Eine Fuhre muss von Spedition A in Dortmund zu Spedition B nach Berlin gebracht werden. Auf dem Hof wird kurz rangiert, dann geht es mit dem Gespann durch den Stadtverkehr über den Zubringer in Richtung Autobahn. Das Straßennetz entspricht im Groben den real existierenden deutschen Schnellstraßen, das Drumherum könnte allerdings fast in jedem europäischen Land beheimatet sein, in dem es Wälder, Wiesen, Büsche und Sträucher gibt.
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Fortan geht es über deutsche Autobahnen - hier über die Sauerlandlinie
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Brummi-Fahrer stehe ständig unter Druck, Lieferungen müssen pünktlich von A nach B gebracht werden, Verzögerungen kosten bare Münze. Staus gibt es im German Truck Simulator zwar nicht, pünktlich ankommen müssen die Lieferungen aber trotzdem. Ist der Hänger angekoppelt verrät das Spiel wann die Ladung ankommen muss - und entsprechend sollte der Spieler die Fuhre planen. Wenn der Fahrer ohnehin schon übermüdet ist macht es keinen Sinn eine Fuhre von Hamburg nach München anzunehmen, da hilft nur eine ordentliche Mütze voll Schlaf auf dem nächsten Rastplatz.
Denn wird die Fuhre zu spät angeliefert wird der finanzielle Schaden vom Gehalt des Fahrers abgezogen, der Leittragende ist also der Schuldige. Allzu oft sollte das nicht vorkommen, denn es könnte der eigenen Karriere im Wege stehen. Ebenso wie beschädigte Fuhren oder Zugmaschinen, Unfälle oder Kontakte mit den deutschen Radarkästen. Auch die gibt es im German Truck Simulator, wenn sie auch nicht am Straßenrand stehen. Fährt der Spieler über längere Zeit deutlich zu schnell werden 250 sauer verdiente Euros vom Konto des Fahrers abgezogen.
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Das Wetter schlägt immer wieder um und erschwert die Sicht
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Erledigt man seine Arbeit gut spricht sich das herum, und schon bald flattern die ersten Stellenangebote im Email-Fach ein. Eine größere Spedition, ein stärkerer LKW, mehr Bezahlung und anspruchsvollere Frachtgüter - was wünscht sich das Trucker-Herz mehr? Ganz einfach: Selbständigkeit! Sein eigener Herr zu sein, mit einer eigenen Zugmaschine. Genau die Möglichkeit gibt es. Nach acht bis zehn Stunden auf der Straße hat sich genug Geld für einen eigenen Brummi gesammelt, und fortan darf der Spieler nach eigenem Ermessen die Aufträge aus 60 Ladungen aussuchen.
Drucken | review | 02.02.2010, 23:11 |
Tim Ahlert