Wenn ein Entwicklerteam es erst einmal fertig gebracht hat ein Spiel zu entwickeln dass nicht nur die Kritiker sondern auch die Spieler vollends überzeugt, dann wirkt sich das wohl oder übel auf deren Zukunft aus. Mindestens so gut wie das Spiel davor muss der nächste Titel werden, eigentlich aber noch besser. Und wenn es sich dann auch noch um einen direkten Nachfolger handelt dann sowieso. Viele Entwickler halten diesem Druck nicht stand und es geht qualitativ abwärts. Dass es aber auch anders geht beweist Infinity Ward seit vielen Jahren eindrucksvoll mit der Call of Duty Reihe.

Anno 2007 machte die Call of Duty Reihe mit Call of Duty: Modern Warfare erstmals einen Sprung in die Gegenwart, denn bisher kämpfe man sich immer durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs. Die Spieler schien es zu überzeugen, sonst wäre der Ego-Shooter heute nicht das weltweit meistverkaufte First-Person-Actionspiel. Nach einem derartigen Erfolg scheint es fast unmöglich Niveau, Qualität und Atmosphäre nochmals auf eine höhere Stufe zu bringen, doch Infinity Ward hat es versucht. Wie Mission Call of Duty: Modern Warfare 2 ausgeht erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.
Der ganze Schlamassel beginnt in Afghanistan. Ein US-Stützpunkt wird von den Rebellen angegriffen, die GIs schlagen zurück. Für einen GI beginnt nach den Gefechten ein ganz anderer Krieg, nämlich der auf Seiten des Feindes - inkognito natürlich. Der russisch Terrorist Makarov tut für Geld alles, und so richtet er in einem russischen Flughafen ein Massaker an, die Leiche des enttarnten Spitzels wird zurück gelassen. Russland schieb das Blutbad nun den Amerikanern in die Schuhe, und ehe man sich versieht befinden sich die beiden Großmächte Russland und Amerika im Krieg.
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Das Weiße Haus wird von russischen Truppen überrannt
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Der Spieler ist dabei immer genau dort, wo die Schlüsselhandlungen geschehen. Als Spitzel ist er beim Massaker in Russland dabei, zuvor als GI in Afghanistan, während des Krieges auf amerikanischem Boden erneut als GI. Dazwischen schiebt Call of Duty: Modern Warfare 2 immer wieder Missionen eines britischen Sondereinsatzkommandos ein. So schlüpft der Spieler in allerlei verschiedene Rollen, die zwar Namen wie Allen oder Ramirez tragen, aber völlig gesichtslos bleiben und austauschbar sind. Die markanten Charaktere sind die computergesteuerten Begleiter.
Die vielen Sprünge innerhalb der Handlung bergen noch ein weiteres Problem: Zu Beginn von Call of Duty: Modern Warfare 2 ist der Spieler gänzlich ahnungslos worum es in dem Krieg überhaupt geht, den die Russen vom Zaun gebrochen haben. Dieser Zustand hält etwa bis zur Mitte des Spiels an, dann sickert langsam die Erkenntnis durch. Aber auch erst dann wenn man an der Seite von Irokesen-Träger "Soap" MacTavish einen "alten Mann" aus einem russischen Hochsicherheitsgefängnis befreit. Spieler des Vorgängers werden nun schon ahnen, von welchem alten Hasen hier die Rede ist.
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In Russland flieht der Spieler auf einem Snowmobil vor den Feinden
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Und eben diese alten Bekannten sind es, die Call of Duty: Modern Warfare 2 Tiefe verleihen. Altbekannt ist auch das Gameplay des Ego-Shooters, das die Entwickler aus dem Vorgänger übernommen haben. Was spräche schließlich auch dagegen? So beginnt das Spiel im US-Stützpunkt in Afghanistan, wo der Spieler im Zuge des Tutorials zuerst einige Rekruten im Umgang mit der Waffe anlernen muss um sich schließlich durch einen Schießbuden-Parkour zu kämpfen, der dann einen Vorschlag für den Schwierigkeitsmodus des Actionspiels zufolge hat.
Drucken | review | 26.11.2009, 19:23 |
Tim Ahlert