Der Nordpol, 1981. Die tödliche Stille eines Königreichs im Eis. Meteorologe Alexander Nesterov verlässt als Letzter die schwimmende Polarstation Pole 21. Er hat eine dringende Nachricht vom Festland erhalten und muss die endlosen Weiten der Arktis hinter sich lassen. Ein Schiff soll ihn an einem vereinbarten Treffpunkt abholen. Doch statt einer herzliche Begrüßung erwartet den Wissenschaftler ein Alptraum. Durch ein Unglück endet er an Bord der atombetriebenen North Wind, einem russischen Eisbrecher, der seit vielen Jahren als verschollen gilt und in den endlosen Weiten des ewigen Eises herumtreibt.

Damals verschwand die North Wind vom einen Tag auf den anderen - ohne Nachricht und völlig spurlos. Sie hatte sich auf dem Weg durch die Arktis befunden, in der Obhut eines erfahrenen Kapitäns. Doch irgendetwas geschah vor vielen Jahren an Bord des Eisbrechers. Im Bauch des Schiffes scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, das riesige Labyrinth aus Gängen ist mit einer dicken Eisschicht überzogen. Eine drückende Stille liegt lastet auf der North Wind - eine trügerische Stille. Denn sie versucht zu vertuschen, was vor vielen Jahren an Bord des atombetriebenen Eisbrechers geschah.
Alexander Nesterov hat keine Ahnung an Bord welches havarierten Schiffes er sich begibt als er durch ein Leck das Innere der North Wind betritt - und auch keine Ahnung welches Grauen ihn dort erwartet. Durch einen Lüftungsschacht führt ihn sein Weg tiefer in das Schiff hinein, eine kleine Taschenlampe bringt etwas Licht ins Dunkel. Gemäß einem Ego-Shooter bewegt der Spieler den Meteorologen mit Mouse und Tastatur aus der Ich-Perspektive durch die endlosen und verzweigten Gänge des Schiffes, immer auf der Hut vor der Besatzung und der unerbittlichen Kälte, die an der Konstitution von des russischen Wissenschaftler zerrt.
| |
 |
|
Alexander Nesterov ist Wissenschaftler, kein Actionheld
|
Was geschah an Bord der North Wind? Eine Frage die den Spieler über den ganzen Weg durch den Eisbrecher begleitet - und motiviert. Doch der Weg zum Ziel ist gefährlich, etwas Böses hat Besitz von dem Eisbrecher ergriffen und alles Leben verändert. So auch die ehemalige Besatzung. Jeder der damals nicht starb irrt noch immer durch die Gänge des Schiffes, seltsam mutiert und entstellt. Alexander Nesterov muss dich dem Bösen stellen, mit Fäusten, Ketten und Äxten im Nahkampf, mit Gewehren, Pistolen und Automatikwaffen auf geringer Entfernung. Denn ob man will oder nicht, jeder Kampf in Cryostasis entscheidet erneut über Leben und Tod des Spielers.
So friedlich die Gänge und Räume unter der Decke aus Eis und Schnee auch wirken, von einem auf den anderen Moment bricht auf der North Wind die Hölle los. Vermeintlich tote Matrosen erwachen zum Leben, versuchen Nesterov mit bloßen Händen, Äxten und Waffen zu töten. Dabei ist Timing und gutes Zielvermögen wichtig, denn der russische Forscher hält nur wenige Schläge und noch weniger feindliche Kugeln aus. So kommt man bei fast jedem Kampf in Bedrängnis, muss ein paar Schritte zurückweichen, die Waffe neu laden. So entsteht während der Kämpfe ein stetiger Druck, der in einer kurzen Verschnaufpause endet.
| |
 |
|
Wärmequellen bringen die Gesundheit wieder auf Vordermann
|
Die "normalen" Widersacher bringen den Spieler zwar immer wieder in große Bedrängnis, bedürfen aber keiner Taktik um sie auszuschalten. Anders bei den Bossgegnern. In einem Aufzugschacht muss Nesterov gegen eine Spinnen-Mann-Mutation bestehen, die ihre Stärke immer wieder durch die eisige Kälte zurückgewinnt - Waffeneinsatz sinnlos. Nun müssen im Schacht zwei Knöpfe gedrückt werden, die die Energie und so auch etwas Wärme zurück bringen. Ist dies Geschehen kann sich die Mutation nicht mehr regenerieren - und ist verwundbar. Trotzdem muss nun zielgenau jedes Bein der Kreatur abgeschossen werden - und all das während den ständigen Angriffen der Mutation.
Drucken | review | 12.07.2009, 15:30 |
Tim Ahlert