Im Jahre 2006 katapultierten sich zwei bis dato recht unbekannte deutsche Entwickler-Teams mit einem Schlag ins Rampenlicht. Ein kleiner Blick zurück: Mit Geheimakte Tunguska erschien ein klassisches Adventure, dass nicht nur die Spieler sondern auch die Presse überzeugen konnte. In jeglicher Hinsicht bot das Adventure erstklassige Unterhaltung, sei es nun in Sachen Story, Technik, Rätsel oder Vertonung. Kein Wunder also, dass Deep Silver, Animation Arts und Fusionshere Systems schon kurz nach der Veröffentlichung einen Nachfolge-Titel ankündigten: Geheimakte 2: Puritas Cordis. Aber kann das Abenteuer ebenso überzeugen wie es Geheimakte Tunguska vor fast genau zwei Jahren tat?

In einer kleinen Kirche taucht ein altes Manuskript in einer altertümlichen Sprache auf, bisher war keiner in der Lage es zu entschlüsseln. Doch dem Manuskript scheint etwas Böses anzuhaften, denn schon wenig später verschwinden zwei Messdiener der kleinen Gemeinde. Aus Angst schickt der Pfarrer das alte Dokument an einen bekannten Gelehrten – doch zu spät. Nur wenige Tage später wird auch er tot auf den Stufen der Kirche aufgefunden. Doch damit hören die Todesfälle nicht auf: Auch der Empfänger des Manuskriptes wird wenig später tödlich verunglückt aufgefunden; er ist durch ein kunstvolles Kirchenfenster mehrere Stockwerke in die Tiefe gestürzt. Lastet ein böser Fluch auf dem Manuskript? Oder zeugen die Todesfälle von menschlicher Einmischung?
Nina Kalenkow muss sich erholen. Die Protagonistin des ersten Adventures hat eine anstrengende Zeit hinter sich und möchte auf einer Kreuzfahrt entspannen. Vom Ärger, vom Stress – und von der Trennung von ihrem Freund Max. Doch schon bevor sie das Schiff am Hamburger Hafen betreten kann geschehen seltsame Dinge: Ein verängstigter Mann spricht sie an, rennt weiter – und wird von einem Gabelstapler überrollt. Auf dem Schiff und in ihrer Kabine angekommen fehlt Ninas Koffer, stattdessen wurde der Koffer des Toten in ihr Zimmer gebracht. Auf der Suche nach ihrem Koffer wird sie jedoch in der Nacht niedergeschlagen und kommt erst am nächsten Morgen auf der Krankenstation des Schiffes wieder zu sich.
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Der ganze Schlamassel beginnt an Bord eines maroden Kreuzers
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Doch die Ereignisse sind erst der Anfang; der neue Tag birgt viele Überraschungen. Die einzige Zeugin, die mitbekommen hat wer Nina niedergeschlagen hat, wird vergiftet. Ein unscheinbarer Mann spricht sie an um mit ihr über das Vorgehen an Bord zu sprechen, er taucht jedoch nicht wieder auf. Wenig später sieht Nina wie der Schiffsarzt bei einer Keilerei über Bord geht, um ihn wenig später auf der Krankenstation lebendig wieder zu sehen. Kurz darauf wird der Kapitän erschossen, Nina entgeht nur knapp der ihr zugedachten Kugel. Doch das größte Unheil steht noch bevor: Eine riesige Welle rollt in einem apokalyptischen Unwetter auf der Kreuzfahrtschiff zu.
Geheimakte Tunguska 2: Puritas Cordis beginnt schnell und spannend – und schafft es tatsächlich diese hohe Tempo die gesamte Spielzeit aufrecht zu erhalten. Und dabei ist die Spielzeit des Adventures mit 12 bis 15 Stunden nicht zu kurz ausgefallen. Wie der Vorgänger-Titel auch ist das Adventure ein klassischer Genre-Vertreter, der Spieler steuert die verschiedenen Protagonisten mit Hilfe der Mouse über die schicken Locations. Dabei gilt es – wie in Adventures so üblich – die Umgebungen nach allem abzusuchen was auch nur ansatzweise nützlich sein könnte um es dann an gegebener Stelle wieder einsetzen zu können. Im Vergleich zu Geheimakte Tunguska hat sich die Zahl der spielbaren Charaktere übrigens verdoppelt: Neben Nina und Max stehen zwei weitere Protagonisten parat.
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Ein alter Bekannter: Ninas Ex-Freund Max Gruber
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In Sachen Steuerung haben die Entwickler für etwas mehr Komfort gesorgt. Mit der Mouse müssen nun pro Objekt nicht mehr alle Aktionen durchgeklickt werden, stattdessen ändert der Mousezeiger die Form, sobald ein Objekt nützlich ist. Kann der Spieler das Objekt näher betrachten erscheint am Zeiger eine Lupe, in deren Nähe ein kleiner grüner Punkt aufleuchtet. Ebenso funktioniert es, wenn ein Objekt benutzt werden kann: Am Mousezeiger erscheint die Form einer Hand, in deren Nähe ebenfalls das besagte grüne Lämpchen aufleuchtet. Eine gut durchdacht und umgesetzte Art der Steuerung, die dem Hobby-Abenteurer so manche Klickerei mit der Mouse erspart.
Drucken | review | 01.09.2008, 21:02 |
Tim Ahlert