Es gibt literarische Werke die es schaffen, Jahrhunderte zu überdauern. Und das obwohl sie nicht bildend oder gesellschaftskritisch sind. Zu einem dieser Werke zählt ohne Zweifel der Abenteuerroman Die Schatzinsel des schottischen Schriftstellers Robert L. Stevenson. Erschienen im Jahre 1883 fesselte das Buch Leser jeder Altersgruppe – und auch heute ist Die Schatzinsel für jedermann ein Begriff. Verfilmt wurde der Bestseller schon oft, sogar Disney nahm sich dem Roman mit der Comic-Verfilmung Der Schatzplanet an. Nun wagt die Schatzinsel einen weiteren Schritt in Richtung interaktiver Unterhaltung – in Form des Adventures Treasure Island.

1783, Südengland. Der 17-Jährige Waise Jim Hawkins führt einen Gasthof in der Nähe von Bristol. Als eines Tages der alte, verängstigte Seemann Bill Bones auftaucht, gerät Jim unverhofft in den Besitz eines vergilbten Pergaments: Die Schatzkarte des legendären Kapitän Flint! Jim zeigt die Karte seinen väterlichen Freunden Dr. Livesey und Friedensrichter Trelawney, und man beschließt die Ausrüstung einer Expedition zur geheimnisvollen Insel. Während der Überfahrt entpuppen sich einige Crew-Mitglieder als Piraten, die eine Meuterei planen - allen voran der einbeinige Schiffskoch Long John Silver und der finstere Israel Hands. Ein erbitterter Wettlauf um das Erbe Kapitän Flints beginnt…
Wie schon in der Romanvorlage so ist Jim Hawkins auch der Protagonist des Adventures, somit schlüpft der Spieler in die Rolle des Jungen und erlebt fortan die bekannten Geschehnisse rund um den Schatz des berühmt-berüchtigten Piraten Flint. Treasure Island ist ein vollkommen klassisches Adventure und verzichtet auf actionreiche Einlagen oder Zeitdruck, ebenfalls sind Tode von Jim unmöglich. Stattdessen geht der Spieler in der Rolle des Jungen mit Hilfe der Mouse auf die Suche nach dem unermesslichen Schatz und nützlichen Objekten. Das Spiel ist gänzlich in 3D-Grafik dargestellt, aber 2D-Verfechter brauchen keine Angst haben: Zu Problemen kommt es aufgrund dessen nicht.
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Antoinette begleitet Jim auf der Suche nach Flint's Schatz
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Ein gutes Adventure lebt vor allem von zwei Faktoren: Einer spannend erzählten und fesselnden Geschichte sowie von fordernden Rätseln. In Sachen Geschichte ist Treasure Island über jeden Zweifel erhaben, aber wie sieht es mit dem Rätseldesign des Adventures aus? Auch in diesem Punkt haben die Entwickler von Radon Labs ganze Arbeit geleistet. Das Rätselrepertoire von Treasure Island reicht von Kombinationsrätseln über Dialog- bis Logikrätsel. Dabei halten sich die verschiedenen Rätselarten die Waage, auch der Schwierigkeitsgrad des klassischen Adventures ist gut ausgewogen und steigt Richtung Schluss stetig an.
| Rätselhaftes auf der Schatzinsel |
Zudem sind die Rätsel nahtlos in die Geschehnisse der Geschichte eingefädelt worden. So muss Jim in Bristol fähige Seemänner anheuern, die ihn, Dr. Livesey und den Friedensrichter Trelawney sowie seine hübsche Tochter Antoinette auf der Schatzsuche begleiten. Einer der besten Männer hat allerdings seinen Talisman verloren, ohne den er sich dem Unglück ausgeliefert fühlt. Er willigt nur ein wenn Jim seinen Anhänger wieder findet. Und tatsächlich wird Jim nach kurzer Suche im Hafenbecken der britischen Stadt fündig – aber wie soll er den grünen Fischanhänger ohne einen Kescher bergen? Im Hafen lässt sich keiner finden…
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Long John Silver ist eine undurchsichtige Persönlichkeit
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Auf der Suche nach dem Schatz des berüchtigten Kapitäns Flint lernt der Spieler in der Rolle des Jungen verschiedene Locations kennen, die allesamt aus der Vorlage des Abenteuerromans stammen. So beginnt das Abenteuer im Benbow Inn, dem Gasthaus das Jim von seinen Eltern geerbt hat. Die Reise führt über die britische Hafenstadt Bristol und die weite raue See bis hin zur Sagenumwobenen Schatzinsel, auf der die wertvollsten Schätze von Kapitän Flint verborgen sein sollen. Entwickler Radon Labs beweist bei der virtuellen Umsetzung der Schauplätze ein gutes Händchen für abenteuerliche Gefilde, sei es nun in der Karibik oder einer Hafenstadt im Jahre 1783.
Drucken | review | 24.03.2008, 21:10 |
Tim Ahlert