Das Leben meint es nicht gut mit dem New Yorker Cop Jake. Seine Frau wird bei einem Einsatz seiner Kollegen getötet, seitdem ist das Leben des jungen Mannes völlig aus dem Ruder gelaufen. Auf dem Revier lässt er sich so gut wie gar nicht mehr blicken, seine letzten Verhaftungen liegen schon lang zurück. Man beginnt bereits über seinen Ausschluss aus dem Polizeidienst nachzudenken. Eines Abends wird der Wohnblock von Jake durch eine Explosion erschüttert, neugierig tritt er auf die Straße. Eine Ursache für die Explosion ist nicht zu erkennen, stattdessen liegt eine junge, leicht bekleidete Dame bewusstlos auf dem Gehsteig. Jake überlegt nicht lang und bringt sie in seinen Zwei-Zimmer Wohnkäfig.

Rose hat ihr Gedächtnis verloren, kann sich nicht daran erinnern warum sie auf dem Gehsteig lag und wie sie überhaupt dorthin gekommen ist. Jake bietet ihr an sich in seiner Wohnung auszuruhen und fällt ebenfalls in einen unruhigen Schlaf. Als er wieder aufwacht ist Rose verschwunden, ein Fenster des Wohnblocks ist geöffnet. Als Jake hinunterblickt werden seine schlimmsten Befürchtungen Realität: Rose ist gesprungen. Die Polizei legt den Fall als einfachen Selbstmord zu den Akten, zumal Prostituierte ohnehin unter keinem sonderlichen staatlichen Schutz stehen. Jake allerdings beginnt sich Gedanken zu machen und in der Vergangenheit von Rose zu stochern. Und schon wenig später findet sich der junge Cop in den moralistischen Untiefen von New York City wieder.
| Menschlich-Moralische Abgründe |
Goin‘ Downtown ist nach Overclocked ein weiterer düsterer Abschnitt im Adventure-Genre, der kritische aktuelle Thematiken beleuchtet und der Gesellschaft einen Spiegel vorhält. In der Rolle von Jake bewegt sich der Spieler durch eine düstere und heruntergekommene Fiktion der Millionenmetropole New York im Jahre 2072, in der die Kluft zwischen Arm und Reich unendlich groß geworden ist. Nur wer über das nötige Kleingeld verfügt kann sich dem Schutz durch die staatliche Obrigkeit und die Befehlsgewalten sicher sein. Um den Selbstmord von Rose aufzudecken erkundet der Spieler in typischer Adventure-Manier mit der Mouse die verschiedenen Locations und macht sich daran, den moralistischen Untiefen lebend zu entkommen.
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Jake bringt die verwirrte Rose in seine Wohnung - Wenig später ist sie tot
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Im Laufe der Ermittlungen stellen sich Jake schnell die ersten Aufgaben und Rätsel in den Weg, die es zu bewältigen gilt. Dabei handelt es sich meist um Objekt- oder Kombinationsrätsel, dementsprechend sollte der Spieler überall die Augen aufhalten, um nützliche Objekte zu entdecken. Schon zu Beginn des Spiels steht Jake vor einem Problem: Das Verbindungskabel seines HandComs, einer Art Multi-Funktions-Telefon, ist zu Bruch gegangen, ohne ist er aber so gut wie aufgeschmissen. Also benötigt er ein Neues, das auf dem Revier zu finden sein sollte. Nun stellt das Adventure den Spieler vor die Wahl sich ein Kabel legal oder illegal zu besorgen – wie es beliebt. Derartige Entscheidungen kommen des Öfteren vor, besonders in Konversationen.
Goin’ Downtown stammt von Entwickler Silver Style Entertainment, die sich unter anderem für das Adventure Everlight: Elfen an die Macht verantwortlich zeichnen. So findet sich in dem düsteren Film-Noir Thriller ein Feature des Fantasy-Adventure wieder: Ein Tag- und Nachtwechsel. Dieses Feature ist übrigens für den Verlauf des Spiels relevant. Jake kann Tag und Nacht die Bar von Fat Franzy betreten, doch ist ein Besuch bei Tage wenig aufschlussreich. Erst nach Sonnenuntergang sind in der Lokalität interessante Charaktere anzutreffen, die den jungen Cop des Rätsels Lösung einen Schritt näher bringen. Dies trifft übrigens auf eine Vielzahl der Locations zu, fast überall gibt es tageszeitabhängige Veränderungen.
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Des Nachts verändert sich das New York des Jahres 2072
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Während der Ermittlungen, die Jake bis in die High Societie der Millionenmetropole führen, kann sich der Cop fast jederzeit frei auf dem Gebiet von New York City bewegen. Anhand einer Karte kann der Spieler auswählen welche Location als nächstes besucht werden soll – Jake fährt sie dann mit seinem futuristischen Motorrad an. Betretbare Gebäude werden auf der Karte durch blinkende Lichter gekennzeichnet, nach und nach lernt der Spieler so aller Facetten der Stadt kennen – Von schicken Wohngegenden bis hin zu heruntergekommenen Großstadtslums. Entsprechend dem variablen Tages- und Nachtwechsel steht die Karte Tags sowie Nachts zur Verfügung und ist reinäußerlich dementsprechend angepasst.
Drucken | review | 27.05.2008, 21:06 |
Tim Ahlert